/Lass dich überraschen!

Lass dich überraschen!

Wir haben wahrscheinlich alle schon einmal Überraschungen erlebt, positive wie aber auch vielleicht schon negative. Bei Überraschungen weiß man nie was einen erwartet. Wenn ich als Kind zum Beispiel ein Überraschungsei geöffnet habe, war ich ganz gespannt, ob ich eine Figur hatte oder etwas zum Bauen. Wenn es keine Figur war, war ich häufig etwas enttäuscht. Dabei gab es manchmal auch richtig schöne Sachen zum Bauen, die ich dann aber trotzdem zu wenig wertgeschätzt habe.
Aber ich überrasche auch gerne Menschen mit schönen Dingen und mit Begegnungen. Manchmal passiert es wahrscheinlich, dass die Überraschung misslingt oder etwas, das ich tue, zwar auf den anderen überraschend wirkt, aber nicht positiv wahrgenommen wird. Überraschungen sind immer eine Art Wundertüte, man weiß nie, was passiert.

Im Buch Jona (Jona 3,1-5.10) geht es auch um Überraschungen. Überraschungen heißen in der Bibel wohl manchmal auch Wunder. Ein Wunder passiert meist auch überraschend, es ist etwas, mit dem man nicht unbedingt rechnen kann.

Im Buch Jona ist die Überraschung bzw. das Wunder vielleicht nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Gott möchte Ninive zerstören und Jona macht diese Drohung in Ninive bekannt. Man kann aber nicht sagen, dass Gott bzw. Jona sich viel Mühe gibt, die Einwohner von Ninive zu überzeugen oder gar zu bekehren. Seine Botschaft beschränkt sich auf einen einzigen Satz:

„Noch vierzig Tage und Ninive ist zerstört!“ Gott begründet seine Drohung nicht und er tut auch kein Zeichen oder Wunder, das seine Botschaft bekräftigen könnte. Nein, nur dieser eine Satz. Aber er reicht aus, um bei den Menschen etwas zu bewirken. Umso größer ist nun das Wunder, wenn direkt nach der Androhung gesagt wird: „Die Menschen von Ninive glaubten Gott.“ Gott ist es, der hier von den Menschen überrascht wird. Ja, er erlebt ein Wunder. Die Menschen gehen einen Schritt auf Gott zu und so geht er auch wieder einen Schritt auf sie zu. Wie lässt sich diese schnelle Reaktion und die sofortige Bekehrung der Menschen erklären?

Vielleicht erinnerten sich die Menschen an die guten Taten, die Gott in ihrem Leben getan hat.
Vielleicht erinnerten sie sich an seine Liebe und Treue, die er ihnen versprochen hat, und die sie nun durch ihr Verhalten aufs Spiel setzten.
Vielleicht erinnerten sie sich daran, dass Gott sie erschaffen hat, nach seinem Abbild und zu einem jeden gesagt hat: Du bist mein geliebtes Kind, an dir habe ich Gefallen gefunden.

Dies hat er auch einem jeden von uns zugesagt: Du bist mein geliebtes Kind. In meinem Alltag gerät diese Zusage oft in den Hintergrund. Eine Erinnerung daran lässt mich häufig umdenken und auch umkehren. Er hat mich bei meinem Namen gerufen und angesprochen, mir seine Liebe und Treue zugesagt, so wie uns allen. Auch das kann überraschend sein, dass uns diese Erinnerung plötzlich wieder einfällt und sozusagen wie Schuppen von den Augen fällt. Diese Erinnerung und Erkenntnis kann mich tragen, auch wenn alles um mich herum gegen mich und mich abzulehnen scheint.

Lassen wir uns also immer wieder von Gott ansprechen und überraschen!

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