/Macht euch also keine Sorgen…

Macht euch also keine Sorgen…

Geistlicher Impuls zum Beginn der Fastenzeit 2014

von Kaplan Christian Fahl, Wetzlar

Macht Euch also keine Sorgen. Diesen Satz hören wir am Evangelium an Faschingssonntag (8. Sonntag im Jahreskreis). Was für eine Leichtigkeit! Jesus betrachtet gelassen die Natur: Er hört die Vögel des Himmels, schaut auf das Gras, erfreut sich an den Lilien auf dem Feld. Wer sich in Gedanken an die Seite Jesu stellt, muss sich in eine wunderschöne Landschaft versetzt fühlen. Die Blumen blühen prächtig, das Gras ist frisch und grün, der Wind säuselt und die Vögel singen ihr Jubellied. Jesus pries oft in der Natur den Vater. Und wie gut tut es auch uns, Gott in der Natur zu preisen, aufgeräumt und fröhlich den Geruch des Frühlings wahr zu nehmen, der in diesen Tagen und Wochen das erste Mal zu erschnuppern ist.

Macht euch keine Sorgen, sorgt euch nicht. Ein heiteres, gelöstes Evangelium, was recht zu Fasching passt, zum Lachen, zum Humor, zum ausgelassenen Feiern. Und doch: Oberflächlich ist das Evangelium nicht. Jesus spricht sehr deutlich und provokant den Tod, das Ende des Lebens, ja unsere Ohnmacht an: Wer kann sein Leben nur um eine kleine Zeitspanne verlängern? Und wieder: Macht euch keine Sorgen.

Doch das sorglose Leben, was Jesus dort fordert, erfordert Tiefgang. Und so verbindet es das, was wir an Fasching feiern mit dem, was wir in der Fastenzeit tun sollten. Die Gelassenheit, die Leichtigkeit Jesu kommen aus einem Grundvertrauen in den Vater. Wer vertrauen darf, dass Gott Herrlichkeit und Liebe ist, wer vertrauen darf, dass Gott Person ist, der kann sich von Gott geliebt fühlen wie eine gütige Mutter oder ein liebender Vater. Der kann die liebende Handschrift Gottes im Blühen der Lilien, im Gesang der Vögel erkennen – der kann auch in der Einzigartigkeit jedes einzelnen die Handschrift Gottes, die Liebe Jesu erkennen.

Diese Gelassenheit, diese Dankbarkeit sind jedoch keine Selbstverständlichkeit. Sorgen und Nöte, Aufgaben, Krisen, Stress und Hektik, Großveranstaltungen und Termine können unser Herz so vereinnahmen, dass Gelassenheit, Dankbarkeit, Freude, ja die Liebe sterben kann – Hartherzigkeit oder Burn Out droht.

Wie ich in einer Partnerschaft oder Freundschaft mir Zeit füreinander nehmen muss, Zeit in Ruhe, um die Schönheit im anderen neu zu begreifen, so braucht es auch Ruhe und Zeit mit Gott, um ihn zu finden – im Gebet, im Gottesdienst, in der Schöpfung und im Nächsten. Jesus schenkt uns dafür Gelassenheit: Was bringen uns die Sorgen? Sie können unser Leben um keine Minute verlängern. Sterben müssen wir alle einmal. Und dann ist das gefragt, was Jesus uns im Leben beibringen will: Sich vertrauensvoll in die Hand des Vaters begeben zu können. Dies erlernen zu können, die Mühen um das Alltägliche mit der Pflege des Glaubens, der Seele, des Geistes in Einklang zu bringen, darin besteht die Lebenskunst, die Jesus uns beibringen möchte.

Fasching heißt auch Karneval, dass kommt vom lateinischen „Carne vale“, auf Deutsch: Fleisch, lebe wohl.
In der Fastenzeit tut es uns gut, auf etwas Bestimmtes zu verzichten, um uns der Kostbarkeit aller Güter des Lebens neu bewusst zu werden. In der Fastenzeit tut es uns gut, Gott zu suchen, um ihn als gütigen Vater, liebevolle Mutter, neu zu erleben. Auch die Unterstützung der Armen sollten wir dabei nicht vergessen, denn Freude, Dankbarkeit und Liebe bleiben nur dann lebendig, wenn sie geteilt werden – dann werden sie zum Schatz im Himmel.

Aus der Freude Gottes zu leben, in Gelassenheit und Dankbarkeit auch Geduld, Standfestigkeit und Tiefe zu erlernen, braucht die ausgelassene Feier ebenso wie die Zeit der Ruhe und des bewussten Verzichtes. Papst Franziskus schreibt gleich zu Beginn seines apostolischen Schreibens „Evangelii gaudium“ über Jesu Freude, die wir Christen in uns tragen sollten. „Unsere christliche Freude entspringt der Quelle seines überfließenden Herzens“. Diese Freude feiern, aber auch in aller Stille, in Werken der Barmherzigkeit, im Gebet oder im Gottesdienst neu entdecken zu dürfen, das wünsche ich Ihnen an Fasching, aber ebenso auch in der Fastenzeit.

 

Unser Team aus Theologiestudenten, Ordensleuten und einem Kaplan verfasst etwa zehnmal im Jahr einen Impuls zu den Themen “bekennender Glaube” und “fröhlicher Katholizismus”. Uns geht es darum, das positive Lebensgefühl, das die christliche Botschaft mit sich bringt, dauerhaft zu verankern und gelebten Glauben als das darzustellen, was es ist: eine frohe Botschaft!

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