/Was mich erwartet, ist Freude und Glück

Was mich erwartet, ist Freude und Glück

Heute jährt sich zum ersten Mal die Seligsprechung der Lübecker Märtyrer und in meiner Norddeutschen Heimat wird der erste offizielle kirchliche Gedenktag der Seligen begangen. Die drei katholischen Kapläne Eduard Müller, Herrmann Lange und Johannes Prassek wurden zusammen mit dem evangelischen Pastor Karl-Friedrich Stellbrink am 25.6.1943 zum Tode verurteilt und starben am 10.11.43 durch das Fallbeil.

Gemeinsam wandten die vier sich gegen das unmenschliche Naziregime. Sie konnten ihren christlichen Glauben nicht mit der Ideologie Hitlers vereinbaren und konnten nicht schweigen. Für ihre Glaubensübererzeugung gingen die Vier in den Tod.

Besonders in den Abschiedsbriefen der vier Geistlichen, die ihre Adressaten aus diesem Grund nie erreicht haben, wird deutlich, wie viel Kraft und Hoffnung sie von ihrem christlichen Glauben bekommen haben. Der selige Johannes Prassek schreibt an seine Familie:

Heute Abend ist es nun so weit, daß ich sterben darf. Ich freue mich so, ich kann es Euch nicht sagen, wie sehr. (…) Seid nicht traurig! Was mich erwartet, ist Freude und Glück, gegen das alles Glück hier auf der Erde nichts gilt. Darum dürft auch Ihr Euch freuen.

An seinen Bischof richtet er die Worte:

In mir ist die große Freude der Hoffnung auf Gottes Güte und Erbarmen. Ich denke, daß er, der am Kreuze noch verziehen hat, auch mir gnädig sein wird. Ich sterbe mit tiefem Danke an Gott für alles, Liebes und Leides, was Er mir im Leben geschenkt hat.

Der selige Hermann Lange schreibt an seine Geschwister:

Ich kann Euch nur um eins bitten: seid stark und sucht Euch Kraft bei Dem, der in allem Leid uns allein letzte Kraft zu geben vermag.

Die Abschiedsbriefe sind ein wirkliches Zeugnis und es lohnt sich, sie zu lesen.

Aber die Lübecker Märtyrer sind für mich nicht nur ein wichtiges Vorbild im Einstehen für die christliche Hoffnung und Überzeugung, sondern auch ein Beispiel der Ökumene: Gemeinsam traten sie ein gegen eine unchristliche und unmenschliche Ideologie. Gemeinsam gingen sie für ihre Überzeugungen in den Tod.

Sag niemals drei, sag immer vier

formulierte der Mitgefangene Adolf Ehrtmann auf seinem Sterbebett und auch nach der Seligsprechung der drei Kapläne darf nicht vergessen werden, dass auch der evangelische Pastor Stellbrink für seinen Glauben und seine Überzeugungen getötet wurde.

Vielleicht können uns die vier Lübecker Märtyrer zu einem Handeln nach unseren christlichen Überzeugungen motivieren und uns zeigen, wie viel Kraft der Glaube gibt!

Selige Lübecker Märtyrer – bittet für uns!

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