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Und das Wort ist Fleisch geworden

Geistlicher Impuls zu Weihnachten 2013

Stomer-adoration
Matthias Stom: “Anbetung der Hirten” via Wikimedia Commons

Das Geheimnis, das wir an Weihnachten feiern dürfen, bringt das Johannesevangelium gleich zu Anfang mit schlichten, aber unglaublich tiefen Worten auf den Punkte: „Und das Wort ist Fleisch geworden.“ (Joh 1, 14). Wir feiern das Besondere am Christentum: Gott teilt sich uns mit in seinem Sohn, in dem Wort, das Fleisch wird; er will Gemeinschaft mit uns. Und: Der christliche Glaube bleibt nicht bei Worten stehen, sondern wird Fleisch, Glauben wird zum Tun in Liebe.

Gott hat sich in Christus mitgeteilt, sich uns offenbart, er ist Teil der Geschichte geworden. Aber ich glaube, dass er auch heute noch Teil meiner Geschichte, Teil der Geschichte jedes Menschen werden möchte. Er spricht auch heute noch zu uns. Auch wenn wir ihn nicht immer hören und wahrnehmen können, spricht er. Durch einen Bibeltext, den ich plötzlich ganz anders verstehe und auf meine Situation beziehen kann, durch das Wort eines anderen Menschen, das mir eine neue Perspektive zeigt, durch die Sakramente, die mich mitten im stressigen Alltag ruhig werden lassen, im persönlichen Gebet mit Gott, wo ich ihm meine Sorgen und Freuden, Fragen und Gedanken hinlegen kann und auf ganz viele andere Weise. Davon bin ich überzeugt und das ist ein Grund, weshalb ich gerne Weihnachten feiere! Gott teilt sich uns immer wieder mit!

Das Wort, aus dem der Glaube kommt, wird Fleisch. Glauben ist mehr als ein Lippenbekenntnis, mehr als Worte. Glaube wird Fleisch in mir und in meinen Taten. Dazu ruft mich das Weihnachtfest auf: Die Hirten, die sich nach den Worten der Engel auf den Weg machen, erst zum Kind und dann verkündigen sie die Freude, die ihnen zuteil wurde. Die Freude, die auch uns zuteil wird. Unsere weihnachtliche Freude, unser weihnachtlicher Glaube will in uns Fleisch, in uns und unseren Taten konkret werden. Das Zweite Vatikanische Konzil lehrt in der Pastoralkonstitution „Gaudium et Spes“: „Denn er, der Sohn Gottes, hat sich in seiner Menschwerdung gewissermaßen mit jedem Menschen vereinigt.“ (GS 22).

Jesus hat sich mit jedem Menschen vereinigt. In jedem Menschen können wir Gott ein Stück weit begegnen und im Dienst am Nächsten diene ich Gott.

„Das Wort ist Fleisch geworden“ – Grund zur Freude, zum Dank und Aufruf, auch in uns selbst Weihnachten zu feiern: Gott wird Mensch.

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