/Gott begegnen auf dem Gipfel

Gott begegnen auf dem Gipfel

Voller Staunen wandert mein Blick hinauf zu den Gipfeln der Berge. Ehrfurchtgebietend breitet sich das Panorama vor mir aus. Welch zauberhafter Ort.

Die Bibel ist voll von Berggeschichten. Mose am Sinai, Elia am Horeb. Psalm 121 spricht von eben jenem Blick auf zu den Bergen und die Bergpredigt ist wohl eine der bekanntesten Reden Jesu. Immer wieder sucht er die Begegnung am Berg, sei es mit den Jüngern, etwa bei der Verklärung, oder alleine, wie am Ölberg.

Berge als Orte der Gottesbegegnung, ein Erlebnis, das ich im vergangenen Sommer beim Urlaub in der Schweiz selbst erfahren durfte. Welch erholsames Spüren, dass mit jedem Schritt bergauf die Gedanken leichter werden, es einfacher wird ganz im Hier und Jetzt zu sein. Und dann der Blick in die Weite, schweifend über all die Gipfel und Täler, Ahnung gebend von einer alles dies umfassenden Präsenz. Dieser kurze Moment des Eins-Seins. Und dann wieder weitergehen können, vielleicht etwas leichtfüßiger.

Die Berge, manchmal auch ein karger Ort, voll nacktem Fels. Gefahren bergend für die, die sie mit unbedachtem Schritt zu besteigen versuchen und manchmal auch ganz ohne Vorwarnung. Und zugleich die Erfahrung von Leben in Form kleinster Pflanzen, selbst an den entlegensten Orten, und von gegenseitiger Unterstützung in Momenten der Gefahr.

Vielleicht schaffe ich es nicht darauf zu vertrauen, dass Gott meinen Fuß niemals wanken lassen wird, wie es im Psalm heißt, kenne ich doch selbst Menschen, die beim Absturz vom Berg ums Leben gekommen sind. Aber ich vertraue darauf, dass Gott an meiner Seite geht, wenn ich alleine unterwegs bin und in den vielen Menschen, die mich auf meinem Weg begleiten.

Und noch ein Psalm kommt mir in den Sinn, der 8.

„Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst?“

Eine Frage, die mir berechtigt scheint, angesichts der Größe und Erhabenheit der Berge. Und doch, das Erlebnis, dass ich kleiner Mensch etwas zähle, dass ich hier sein und dies alles erleben darf.
Berge, Orte der Gottesbegegnung, der Begegnung mit mir selbst und mit anderen Menschen. Kein Wunder, dass es so viele Geschichten in der Bibel dazu gibt.

Rebecca Marie Hafner

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